Angekommen?

… und die ersten Tage hier in Beijing waren für mich vielleicht der größte Schritt in meinem bisherigen Leben. Nicht nur vielleicht, nein, er war es definitiv. Schließlich kam ich nach 10 Stunden Flug in einer völlig anderen Welt an. Meine erste SMS an meine Familie zu Hause in Deutschland lautete: “Das Flugzeug ist wieder auf der Erde gelandet, der gleiche Planet.” Bereits ein paar Stunden und Eindrücke später musste ich diese Meinung deutlich revidieren. Nicht nur, dass ich hier ganze sechs Stunden voraus bin, nein, das ist hier definitiv ein anderer Planet. Ich kannte ein paar europäische Länder und das, was man im Fernsehen sieht und was man in Büchern liest. Ganz ehrlich, ich habe zuvor schon ein paar Dinge über China gewusst, aber als ich hier ankam, da wollte ich sofort wieder weg. Die dreckige Luft, das zunächst noch fremde Essen, die Lautstärke, der Straßenverkehr, überall Autos, Busse und Fahrräder, bombastische Hochhäuser, die vielen arbeitenden Menschen von früh bis spät, von Montag bis Sonntag in der immer stärker zunehmenden Hitze, im Sommer wird es bald unerträglich heiß und schwül werden. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Rund 2000 Wolkenkratzer in den letzten fünf Jahren, 14 Millionen Menschen, unzählige Wanderarbeiter… Es geht den Leuten hier in der Hauptstadt nicht unbedingt schlecht, nur weil alles vielleicht “ärmer” und älter als in Deutschland aussieht. Man kommt hier mit weitaus weniger materiellen Dingen zurecht, als in der westlichen Welt. Vieles ist alt oder verschmutzt, funktioniert aber einwandfrei. Ok, das ist nur ein einziger Eindruck und auch nur der eines Ausländers in Beijing. Aber mit diesem und all den anderen ersten Eindrücken, die ich so nach und nach verarbeite, musste ich am ersten Tag, ganz auf mich alleine gestellt, klar kommen. Die totale Reizüberflutung!

Und überhaupt: Warum schaut mich hier eigentlich jeder so an? Sehe  ich irgendwie komisch aus?

Vom andren Stern

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